Hofgarten in München – DOMINO Market Snapshot Q2 2026

Marktbericht Q2 | 2026

Der Münchner Immobilienmarkt zeigt im zweiten Quartal 2026 eine stabilere Tendenz. Die meisten Preisindizes bewegen sich im ersten Halbjahr wieder leicht positiv. Gleichzeitig bleiben die Bauzinsen und die Käufernachfrage stark von den Finanzmärkten und der internationalen Nachrichtenlage abhängig.

Der DOMINO Market Snapshot Q2/2026 fasst die wichtigsten Marktsignale zusammen und ordnet sie aus Sicht eines Münchner Bauträgers ein.

Die vollständige PDF-Auswertung enthält alle Charts, Kennzahlen, Quellen und die kompakte Executive Summary.

Im folgenden Beitrag ordnen wir die wichtigsten Signale für Käufer, Eigentümer und Projektpartner ein.

Kurzfazit zum zweiten Quartal 2026

  • Die Immobilienpreise zeigen seit Jahresbeginn wieder eine stabilere Tendenz; die meisten Indizes bewegen sich leicht positiv.
  • Die Bauzinsen lagen Mitte Juli 2026 bei rund 3,81 % p. a. bei zehnjähriger Zinsbindung und damit über dem Vorjahresniveau.
  • Das Kaufangebot ist gegenüber dem Vorquartal und dem Vorjahr gestiegen. Auch bei Neubauwohnungen und Neubauhäusern hat sich das Angebot ausgeweitet.
  • Das Angebot an Mietwohnungen lag 49,5 % über dem Vorquartal und 80,3 % über dem Vorjahresniveau.
  • Das Suchinteresse nach Kaufimmobilien bleibt grundsätzlich stabil, reagiert aber deutlich auf Zinsen und geopolitische Unsicherheit.

Preise: Stabilisierung setzt sich fort

Nach einer uneinheitlichen Entwicklung zum Jahresende 2025 zeigen die ausgewerteten Immobilienpreisindizes seit Beginn des Jahres 2026 wieder ein stabileres Bild. Einzelne Segmente schwanken weiterhin, die meisten Indizes bewegen sich im ersten Halbjahr jedoch leicht positiv.

Die hohen Finanzierungskosten und die weiterhin vorsichtige Nachfrage begrenzen die Dynamik. Aus heutiger Sicht spricht die Datenlage eher für eine Stabilisierung als für weitere deutliche Preisrückgänge. Dabei bleiben Lage, Objektart, Energiequalität und Zustand entscheidend.

Bauzinsen: Rückgang seit Juni, aber weiter über Vorjahr

Mitte Juli 2026 lagen die durchschnittlichen Bauzinsen für zehnjährige Annuitätendarlehen bei rund 3,81 % p. a. Im Juli 2025 waren es rund 3,57 % p. a. Nach dem Höchststand von knapp 4,0 % im April sind die Zinsen seit Anfang Juni wieder zurückgegangen.

Das Zinsumfeld bleibt allerdings volatil. Geopolitische Spannungen, Inflationserwartungen und Kapitalmarktzinsen können die Finanzierungskosten kurzfristig in beide Richtungen bewegen. Kaufinteressenten sollten deshalb nicht nur den aktuellen Zinssatz, sondern auch ihre langfristige monatliche Belastbarkeit prüfen.

Kaufangebot: Mehr Wohnungen und Häuser verfügbar

Das auf ImmoScout24 beobachtete Kaufangebot ist gegenüber Q1/2026 gewachsen. Bei Wohnungen lag der Zuwachs bei 7,9 %, bei Häusern bei 14,4 %. Gegenüber dem Vorjahr wurden 16,2 % mehr Wohnungen und 21,9 % mehr Häuser angeboten.

Auch im Neubausegment zeigt sich eine Ausweitung: Das Angebot an Neubauwohnungen stieg gegenüber dem Vorquartal um 5,5 %, das Angebot an Neubauhäusern um 20,6 %. Ein größeres Angebot verbessert die Auswahl, ersetzt aber nicht die Prüfung von Mikrolage, Grundriss, Bauqualität und Gesamtkosten.

Mietmarkt: Gesamtangebot wächst deutlich

Das Angebot an Mietwohnungen hat sich gegenüber dem ersten Quartal 2026 um 49,5 % ausgeweitet. Im Vergleich zum Vorjahr beträgt der Anstieg 80,3 %. Diese Entwicklung zeigt, dass sich das sichtbare Gesamtangebot kurzfristig deutlich vergrößert hat.

Im Münchner Neubau-Mietsegment bleibt die Lage dennoch angespannt. Seit Juli 2023 liegt die Zahl der beobachteten Angebote aktuell rund 4 % unter dem Ausgangsniveau. Gleichzeitig stiegen die Angebotsmieten im Neubau um etwa 13 % auf zuletzt rund 30,50 Euro pro Quadratmeter.

Nachfrage: Stabil, aber stark nachrichtenabhängig

Das Google-Suchinteresse nach Wohnungen und Häusern zum Kauf in München weist seit der Immobilienkrise 2022 wieder einen überwiegend positiven Trend auf und hat sich zuletzt auf einem stabileren Niveau eingependelt.

Gleichzeitig ist das Suchinteresse volatiler als vor der Krise. Negative Nachrichten, geopolitische Konflikte und steigende Zinsen führen schneller zu Zurückhaltung. Viele Interessenten beobachten den Markt deshalb länger, bevor sie eine konkrete Kaufentscheidung treffen.

Was bedeutet Q2/2026 für Käufer?

Das größere Angebot eröffnet Käufern mehr Vergleichsmöglichkeiten. Gleichzeitig sollten Entscheidungen nicht allein vom kurzfristigen Zinsniveau abhängig gemacht werden. Entscheidend sind eine tragfähige Finanzierung, die Qualität der Immobilie, langfristige Betriebskosten und die Eignung für die persönliche Lebensplanung.

Was bedeutet die Entwicklung für Eigentümer und Grundstücksverkäufer?

Die stabilere Preisentwicklung bedeutet nicht, dass jedes Grundstück oder jede Bestandsimmobilie gleichermaßen profitiert. Baurecht, Mikrolage, energetischer Zustand, Grundstückszuschnitt und mögliche Zielgruppen bestimmen den konkreten Wert stärker als ein allgemeiner Markttrend.

Methodik und Quellen

Der DOMINO Market Snapshot Q2/2026 basiert auf Immobilienpreisindizes, Zinsdaten von Interhyp, Angebotsdaten von ImmoScout24, Google-Trends-Daten und eigenen Auswertungen von DOMINO Research. Stand der Zinsauswertung ist der 14. Juli 2026.

Die Analyse wurde von DOMINO Research erstellt. Verfasser sind Dr. Marian Dietzel und Nadine Vogl.

Die kompakte Originalauswertung mit allen Grafiken und Quellen steht hier noch einmal als PDF bereit.

Wenn Sie die Ergebnisse auf ein konkretes Grundstück, eine Bestandsimmobilie oder ein Neubauvorhaben übertragen möchten, sprechen Sie uns gerne an.

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